SPD St. Wendel wirbt für Investitionsoffensive in die Grundschulen

Beim Neujahrsempfang der Stadtratsfraktion und des Stadtverbandes der SPD hat der Fraktionsvorsitzende Marc André Müller deutliche Worte zum Zustand mehrerer Grundschulstandorte in St. Wendel gefunden. Besonders kritisch äußerte er sich zur Situation an der Grundschule Oberlinxweiler.

„Das komplette Kellergeschoss ist wegen gesundheitsgefährdendem Schimmel gesperrt. Gleichzeitig hoffen Lehrkräfte und Eltern jeden Tag, dass die Heizungssteuerung durchhält. Ein Ausfall käme faktisch einer Schulschließung gleich, weil diese alte Anlage nicht mehr repariert werden kann“, so Müller. Es dürfe nicht länger so getan werden, als gäbe es kein Problem. „Dieser Schulstandort braucht dringend eine realistische Perspektive. Weiterhin so zu tun, als gäbe es dieses Problem nicht, wäre grob fahrlässig“

Auch die Nikolaus-Obertreis-Grundschule wurde thematisiert. Bereits seit sieben Jahren bestehe im Stadtrat Einigkeit darüber, dass der derzeitige Standort keine Zukunft habe. „Trotz dieser klaren Beschlusslage ist bis heute keine Lösung in Sicht. Das ist schwer vermittelbar – vor allem für Eltern und Kinder.“, kritisiert Müller.

Die SPD bekräftigte erneut ihre bevorzugte Lösung eines Neubaus auf dem Gelände des ehemaligen Bosenbachstadions, um dort in direkter Nachbarschaft zum Cusanus-Gymnasium, zur Kreismusikschule, zum Freibad und zur Sporthalle einen echten Bildungscampus zu schaffen. Da sich die CDU aber noch immer gegen diesen Standort sperre, bringe die SPD nun zusätzlich das ehemalige Sportplatzgelände im Pappelweg in Alsfassen als neuen Standort ins Spiel. Ursprünglich sei dort ein Neubaugebiet geplant gewesen, für das sich mangels Nachfrage - der Mark an Neubaugebieten in St. Wendel ist nach Müllers Auffassung durch den Abendstall und den Lanzenberg mehr als gesättigt - jedoch keine Investoren gefunden hätten.

„Diese Überlegungen kommen nicht aus dem luftleeren Raum“, betonte Marc André Müller. Sie seien Ergebnis der Zukunftswerkstatt, die die SPD-Fraktion im Dezember gemeinsam mit Bürgerinnen und Bürgern durchgeführt habe. „Dabei wurde sehr deutlich: Investitionen in Bildung haben für die Menschen in unserer Stadt oberste Priorität, denn alle wünschen sich modern ausgestattete Schulen, in denen unseren Kindern das Lernen Spaß macht.“ Durch die 12,8 Millionen Euro Sondervermögen, das der Bund zur Verfügung stelle, seien neue finanzielle Spielräume entstanden. 

Mit überschaubaren Infrastrukturmaßnahmen könne am Standort Pappelweg eine moderne Grundschule entstehen, ohne Anwohner durch den Verkehr übermäßig zu belasten. „Was wir jetzt brauchen, sind ehrliche Prioritäten und der politische Wille, Lösungen zu finden, statt Entscheidungen weiter aufzuschieben oder auf Lösungen in ferner Zukunft zu hoffen, die aktuell sehr unwahrscheinlich erscheinen.“

 

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