
Ende Februar hatte die SPD-Stadtratsfraktion ihre Zukunftswerkstatt „Stadtentwicklung“ mit vielen Teilnehmenden durchgeführt, die vielfältige Ideen und Vorstellungen für eine positive Aufwertung der Stadt und der Stadtteile hervorbrachte. Eines der offensichtlich besonders dringlichen Themen greift die SPD nun in ihrer Arbeit auf: „Viele Bürgerinnen und Bürger beklagen, dass immer mehr Bäume und Pflanzen sich aus dem Stadtbild verabschieden. Dabei spielt eine entsprechende Begrünung im innerstädtischen Raum nachweislich eine sehr große Rolle für die Luftqualität sowie das Stadtklima und wirkt der zunehmenden Flächenversiegelung entgegen“, sagt der Fraktionsvorsitzende Marc André Müller. Einseitige Kritik an der Stadtverwaltung und am Bürgermeister, wie sie derzeit im Internet vorkomme, sei hier aber zu kurz gegriffen. Um dem aktuellen Trend Einhalt zu gebieten, bedarf es nach Müllers Auffassung nämlich einer gemeinsamen Kraftanstrengung aller, also der Verwaltung, des Stadtrates und der Bürgerinnen und Bürger.
„Um sich dieser Problematik konstruktiv anzunähern, wird die SPD daher im April ein Maßnahmenpaket zur Beratung in den Stadtrat einbringen und hofft hier auf eine breite Mehrheit“, kündigt Marc André Müller an. „Ein Bestandteil soll dabei eine Baumschutzsatzung sein, wie es sie bereits in einigen Vorreiterkommunen im Saarland gibt“, erzählt der umweltpolitische Sprecher der SPD, Marc Dubreuil. In dieser Satzung solle sowohl für den Zuständigkeitsbereich der Stadtverwaltung als auch für Privatpersonen festgelegt werden, unter welchen Umständen Bäume gefällt werden dürfen oder nicht. Ein zweiter Baustein des Maßnahmenpakets sollte ein öffentlich einsehbares Baumkataster sein. Ergänzen möchte die SPD dies gerne um ein gefördertes Baumpflanzprogramm nach dem Beispiel der Stadt Saarlouis. „Dort haben Verwaltung und Stadtrat im vergangenen Jahr mit Fördermitteln aus dem Bundesministerium des Innern die Möglichkeit für Hausbesitzer geschaffen, Bäume kostenlos auf dem eigenen Grundstück in der Innenstadt von einer Fachfirma anpflanzen zu lassen“, erklärt Müller. Aus diesem Grund stehe Müller bereits in Kontakt mit dem Saarlouiser Oberbürgermeister Peter Demmer, um mehr Details über das Programm zu erfahren.
Auch Privatinitiativen zur Steigerung des Baumbestandes, wie es zum Beispiel die Gudd-Zweck UG mit der Idee eines „Gudd-Zweck-WALD-BROT“ in Kooperation mit der Gemeinde Freisen derzeit umsetze, seien nach Marc André Müllers Erfahrung geeignet, dem Trend entgegenzuwirken. Bei diesem Projekt verkaufen verschiedene Bäckereien in der Gemeinde ein speziell ausgewiesenes „Gudd-Zweck-WALD-BROT“, in dessen Verkaufspreis ein Spendenanteil von 50 Cent einkalkuliert ist, der schließlich für die Beschaffung von Baumsetzlingen investiert wird. So konnten über 930 Setzlinge gekauft werden, die aktuell von Schülern der Gemeinschaftsschule Freisen unter Anleitung des Försters in einem Waldstück gepflanzt werden. Diese Maßnahme, die Müller als Schulleiter aus Überzeugung unterstütze, sei ein Paradebeispiel für einen ganzheitlichen Ansatz für nachhaltige Entwicklung: Von der Aktion profitieren die teilnehmenden Gewerbetreibenden, die Bevölkerung kann sich ohne großen Aufwand beteiligen und die aktuelle Schülergeneration wird auf sinnvolle sowie selbsttätige Art und Weise für den Umwelt- und Klimaschutz sensibilisiert.
„Ich bin sicher, in unserer Stadt gibt es außerdem noch viele weitere kreative Ideen und auch Lust dazu, sich gemeinsam für eine Steigerung des Stadtgrüns einzusetzen“, zeigt sich Müller überzeugt. Mit weiteren Fraktionen des Stadtrates befinde er sich bezüglich der Ideen bereits im Austausch.


