
Nachdem er von Pfarrer Stefan Werner angesprochen worden war, traf sich der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Marc André Müller, mit ihm am 31. August vor der Protestantischen Kindertagesstätte Niederkirchen, um sich den seit Jahren gesperrten Fußweg zwischen der Paul-Gerhardt-Straße und dem Festplatz in der Au anzuschauen.
Die Stadt St. Wendel möchte diesen Weg trotz mehrfacher Initiativen des Ortsrates und der SPD-Stadtratsfraktion nicht mehr sanieren, jedoch wäre die Kirchengemeinde nun unter Umständen dazu bereitgewesen, den Weg zu pachten, instand zu setzen und als Privatweg zu betreiben. Dies sei vom Bauamt jedoch aus juristischen Bedenken, die nicht näher konkretisiert worden seien, nicht gewünscht gewesen. „Da ich die von der Kirche vorgeschlagene Lösung als durchaus überlegenswert erachte, habe ich am gleichen Tag noch eine Anfrage mit Bitte um Erläuterung der juristischen Bedenken an die Verwaltung geschickt“, sagt Marc André Müller.
Statt eine Antwort auf die Anfrage zu schicken, sei dann der Weg aber unverzüglich am oberen und unteren Ende durch größere Erdhaufen zugeschüttet worden, wie Mitarbeiterinnen der Kita und Eltern, die ihre Kinder zur Kita brachten, am Morgen des 1. September feststellen mussten. „Dass hier sofort Fakten geschaffen wurden, statt sich zunächst mit von den Bürgerinnen und Bürgern gewählten Vertretern des Stadtrats auseinanderzusetzen, ist sehr bedauerlich“, meint Marc André Müller.
Da im Zuge der Baumaßnahmen in der Paul-Gerhardt-Straße vor der Kita auf der einen Seite ein eingeschränktes und auf der anderen Seite ein absolutes Halteverbot kommen soll, wäre der Weg optimal gewesen, damit in der Au parkende Mitarbeiterinnen und Eltern auf direktem Weg und sicher zur Kita gelangen können. Auch hätten die Kindergartenkinder im Brandfall über den Weg schnell in Sicherheit gebracht werden können. „Jetzt müssten sie an der engen Straße entlang, die keinen richtigen Bordstein hat, den anfahrenden Löschfahrzeugen entgegenlaufen“, bedauert Müller und ergänzt: „Es heißt ja immer, wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Hier war der Wille wohl leider eindeutig nicht gegeben“.

